Philipp ist das „P“ von „PS: Wir können Geschichten“. Als ich ihn kennen lernte, waren wir zusammen auf einem Dreh für eine Doku für den RBB. Ein Herzensprojekt von mir, bei dem es um waschechte Berliner ging. Da waren wir nun, in der Wohnung einer jüdischen Familie, mit aserbaidschanisch-russischen Wurzeln. Und Philipp sitzt auf dem Sofa, lächelt in die Runde und packt sein Hebräisch aus. Daraufhin wurden die Dreharbeiten zum Selbstläufer. Einige Wochen später, ein neues Projekt, eine ähnliche Situation: Wir kommen in die Wohnung einer anderen Familie, Berliner mit libanesischen Roots. Philipp nippt an seinem Tee, schiebt sich ein Stück Gebäck in den Mund und plaudert wie selbstverständlich auf Arabisch drauf los. Ich war geplättet, die Leute umso mehr. Das anschließende Interview war offen, ehrlich, humorvoll und locker - obwohl die Familie anfangs recht schüchtern war. Damals habe ich entschieden: Diesen Kollegen lasse ich nicht mehr gehen! Denn Philipp ist sowohl interkulturell und im Umgang mit Menschen auf höchster Ebene begabt. Ob Geschäftsführer eines großen Unternehmens oder Familie Nassar in ihrem Wohnzimmer – die Protagonisten unserer Filme fühlen sich rundum wohl mit Philipp, denn sie vertrauen ihm. Das ist – aus meiner Sicht - das höchste und wichtigste Gut eines Filmemachers. Denn nur auf diese Weise entsteht ein authentisches, nahes Bild der Menschen vor unserer Linse – und damit eine Geschichte, die ihre tatsächliche Persönlichkeit sowie ihre Sorgen, Träume und Gedanken erfasst.

Dazu beherrscht Philipp unser Handwerk wie kein Zweiter: Er ist ein sehr guter Dramaturg, hat ein ungewöhnliches Auge für ästhetisch-moderne und auch klassisch-schöne Bilder und er ist ein begabter Cutter. Und um die Geschichte über Philipp komplett zu machen: Er ist außerdem ein leidenschaftlicher Wissenschaftler und beschäftigt sich mit brennenden, gesellschaftlich-politischen Themen. Seine Doktorarbeit beschäftigt sich mit der Darstellung des Nahostkonflikts in deutschen Dokumentarfilmen der letzten 60 Jahre.

Einer unserer Protagonisten hat mal über seinen Kollegen gesagt: „Der Abdul ist ein Allrounder.“ Das kommt dem sehr nah, was Philipp ist. Ein Allrounder, der täglich Wunderbares leistet, sowohl im Umgang mit unseren Protagonisten, als auch auf der filmischen Ebene. Aus diesen zahlreichen und sehr guten Gründen ist Philipp die eine Hälfte von: PS: wir können Geschichten.

Kurzinfo:

  • BA Religions- und Geschichtswissenschaften
  • MA Friedens- und Konfliktforschung
  • Doktorand an der Philipps-Universität Marburg
  • Freier Autor für Film- und Fernsehproduktionen